Der ACoS ist nützlich, um einzelne Kampagnen zu vergleichen – aber gefährlich als alleinige Steuergröße. Er blendet den organischen Umsatz aus, den gute Werbung mit erzeugt. Wer nur auf niedrigen ACoS optimiert, dreht Kampagnen ab, die eigentlich das Ranking tragen. Deshalb schauen wir immer zusätzlich auf den TACoS.
Wir erklären es dir am Telefon – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.
Die Formel ist simpel: Werbekosten geteilt durch werbegetriebenen Umsatz, mal 100. Bei € 250 Werbeausgaben und € 1.000 Umsatz aus Anzeigen liegt der ACoS bei 25 %. Die eigentliche Arbeit beginnt bei der Frage, ob dieser Wert gut ist.
Dafür brauchst du deinen Break-Even-ACoS: den Punkt, an dem eine Werbebestellung weder Gewinn noch Verlust bringt. Er entspricht ungefähr deiner Deckungsbeitragsmarge nach Amazon-Gebühren, Herstellkosten und Versand. Liegt deine Marge bei 30 %, ist ein ACoS von 30 % die Nulllinie.
Darunter verdienst du an jeder Werbebestellung, darüber zahlst du drauf – zumindest kurzfristig. In der Launch-Phase ist ein ACoS über Break-Even bewusst eingeplant, weil du Ranking und Bewertungen kaufst, nicht nur Umsatz.
Suchbegriffe ohne Verkäufe konsequent ausschließen, statt Gebote pauschal zu senken.
Bessere Bilder und ein stärkeres Listing senken den ACoS, ohne einen Cent am Gebot zu ändern.
Auto- und Manual-Kampagnen trennen, damit Gewinner gezielt skaliert werden können.
Top-of-Search konvertiert oft besser – dort höher bieten, auf Produktseiten niedriger.
Budget in die Stunden lenken, in denen deine Zielgruppe tatsächlich kauft.
Ein zu hoher Preis zerstört die Conversion – und treibt den ACoS, egal wie gut die Kampagne läuft.
ACoS als einziges Ziel. Wer nur den ACoS drückt, schaltet oft genau die Kampagnen ab, die das organische Ranking tragen.
Zu früh eingreifen. Kampagnen brauchen Daten. Entscheidungen auf Basis von 30 Klicks sind Glücksspiel.
Break-Even nicht kennen. Ohne Kenntnis der eigenen Marge ist jeder ACoS-Wert bedeutungslos.
Alle Produkte gleich behandeln. Neuprodukte, Bestseller und Auslaufmodelle brauchen völlig unterschiedliche ACoS-Ziele.
Der ACoS lebt nicht allein. Mathematisch ist er das Spiegelbild des ROAS: Ein ACoS von 25 % entspricht einem ROAS von 4,0, ein ACoS von 20 % einem ROAS von 5,0. Die eine Zahl beschreibt deine Werbekosten als Anteil, die andere den Umsatz je eingesetztem Euro – beide meinen dasselbe Ergebnis aus zwei Blickwinkeln.
Entscheidend wird der Unterschied zum TACoS. Während der ACoS nur den werbegetriebenen Umsatz betrachtet, setzt der TACoS deine gesamten Werbeausgaben ins Verhältnis zum Gesamtumsatz – also inklusive der organischen Verkäufe. Genau hier zeigt sich, ob deine Kampagnen das Ranking mit nach oben ziehen: Ein leicht steigender ACoS bei gleichzeitig sinkendem TACoS ist fast immer ein gutes Zeichen, weil der organische Anteil wächst.
In der Praxis steuerst du deshalb über einen Ziel-ACoS je Produktphase. Beim Launch darf er bewusst über dem Break-Even liegen, weil du Sichtbarkeit und erste Bewertungen aufbaust. In der reifen Phase ziehst du ihn schrittweise Richtung Marge, ohne die tragenden Keywords abzuschalten. So bleibt der ACoS ein präzises operatives Werkzeug – eingebettet in die größere Logik von ROAS und TACoS.
Fordere unverbindlich deinen Rückruf an – wir besprechen deine Ziele und sagen dir ehrlich, ob und wie wir dir helfen können.
Wir melden uns so schnell wie möglich bei dir – meist noch am selben Werktag.